Tante Emma 2.0 - Willkommen an der Lebensmittel-Abholstation.
Teewurst aus dem Online-Store? Joghurt aus dem Netz? Lebensmittel im Internet einkaufen, das klingt immer noch ungewohnt. Wer macht sowas überhaupt? „Schon heute erstaunlich viele Menschen“, lautet die Antwort von Rüdiger Weimer. Er tippt an seine große, metallverkleidete Erfindung: emmasbox, der automatische, perfekt gekühlte Tante-Emma-Laden der Zukunft. „Und die Zahl der Lebensmittel-Besteller wächst weiter.“ Mit dieser Prognose steht Weimer, Geschäftsführer der open ideas GmbH, nicht allein da: Im vergangenen Jahr investierte zum Beispiel die REWE-Gruppe mit REWE Digital massiv in ihren Online-Handel. Und bald gibt es Amazon Fresh: Der größte Versandhändler Deutschlands plant für 2017, in den Vertrieb frischer Lebensmittel einzusteigen. Ein Zukunftsmarkt also, den Riedel als Teil von Glen Dimplex Thermal Solutions gemeinsam mit der open ideas GmbH entscheidend mitgestalten will. Heißt in diesem Fall: mitkühlen.

emmasbox: gekühlte Abholstationen für Lebensmittel.
Der Supermarkt 2.0 – also der Lebensmitteleinkauf im Internet – ist schon seit Jahren Trend. Doch bis heute gibt es dabei ein Problem: „Die sogenannte letzte Meile“, erklärt Rüdiger Weimer, einer der Chefs des Start-ups open ideas. „Die Zustellung vom Lager zum Kunden kostet die Supermarktketten nämlich am meisten. Die Lebensmittel müssen extrem aufwendig verpackt und gekühlt werden. Und wenn der Lieferdienst im Stau steht, hat das natürlich andere Folgen als wenn sich der Paketbote verspätet.“ Die Lösung heißt emmasbox, eine gekühlte Abholstation für Lebensmittel. Ein Gerät steht mitten im Münchner Büro von open ideas. Und Weimer führt vor, wie’s geht: Smartphone zücken, Barcode aufrufen, am großen Lesegerät scannen. „Swuuuusch“, ein Tiefühlfach öffnet sich – da wartet die Pizza! Wieder „swuuuusch“, eine weitere Tür springt auf: da wartet ein Salat. Frisch und knackig, weil optimal gekühlt.
Die Grundidee ist simpel: „Viele Leute kommen erst nach Ladenschluss aus dem Büro, wenn der Supermarkt schon geschlossen hat. Ich kenne das von mir selbst: Fehlt am Morgen die Milch fürs Müsli, ist der Frust groß“, so Weimer. Zusammen mit seinen Kollegen Oliver Latka und Michael Reichelt hatte er 2012 den Einfall, eine Abholstation für Lebensmittel zu bauen. Von Anfang an war klar, dass dafür ein Partner nötig war, ein Partner für steckerfertige, verlässliche, individualisierbare Kühlaggregate. Ohne eine absolut zuverlässige Kühlung war emmasbox nicht vorstellbar. Schnell fiel die Wahl auf Riedel. „Die Entscheidung war leicht. Es gibt eben kaum einen anderen Anbieter mit dieser Erfahrung für passgenaue Gewerbekühlung“, stellt Rüdiger Weimer klar. Und Riedel Key-Account-Manager Daniel Buchwald ergänzt: „Die Zusammenarbeit mit einem Start-up ist eine ganz besondere Erfahrung. Das Team von open ideas hatte sehr früh genaue Vorstellungen von der Kühllösung, die sie für emmasbox brauchen. Von uns haben sie dann kompakte Aggregate für jedes Modul bekommen, die wirklich ,state of the art‘ sind.“

Daniel Buchwald, Key Account Manager Commercial Cooling
Rüdiger Weimer, Co-Gründer und Geschäftsführer von emmasbox
Besondere Herausforderung: emmasbox brauchte drei Kühlstufen für unterschiedliche Lebensmittelgruppen, die möglichst effizient laufen sollten und per Fernüberwachung ständig kontrolliert werden können. Außerdem sollten die Module leicht zu installieren sein. Also entwickelte Riedel drei kompakte Module, die sich je nach Einkaufsaufkommen flexibel kombinieren lassen: Ein Tiefkühlmodul (-20°C bis 0°C), ein Normalkühlmodul (+1°C bis 20°C) und ein Raumtemperaturmodul (20°C). In den TÜV-geprüften Modulen sorgen zwei Riedel Kühlaggregate mit dem natürlichen Kältemittel R290 für konstante Temperaturen. Das zusätzliche Bedienungsmodul mit Touch-Display und Code-Scanner regelt die Entnahme: „Hat ein Kunde Artikel verschiedener Kühlstufen gekauft, öffnet sich zuerst das Fach mit der niedrigsten Temperatur“, erklärt Rüdiger Weimer. „Sind alle Artikel entnommen, öffnet sich die nächste Kühlstufe. Und so weiter.“
Ein Konzept, das Anklang findet: Edeka und der österreichische Supermarkt-Riese Interspar nutzen die modulare Lebensmittel-Box bereits. Rüdiger Weimer: „Die Markt-Manager setzen darauf, dass die Kunden ihre Lebensmittel eben doch lieber selbst abholen, als einem Lieferdienst zu vertrauen. Gerade am Abend macht einen das Warten auf die Kühlschrank-Füllung unflexibel. Man kann zwischendurch nicht mal mit dem Hund rausgehen, weil der Zusteller möglicherweise genau dann klingelt. Vom Verpackungsmaterial, das entsorgt werden muss, ganz zu schweigen.“ Wer also im Online-Shop von Interspar bestellt, kann eine der nahegelegenen Abholstationen von emmasbox auswählen – und seinen Einkauf rund um die Uhr in Empfang nehmen; genau dann, wenn’s am besten passt. Aufschlag: gerade einmal ein Euro. Der Lieferdienst nach Hause kostet 3,90 Euro. Und das Anstehen an der Kasse spart man sich auch noch. „Gerade für Familien ein großer Vorteil, sogar während der Öffnungszeiten“, mein Rüdiger Weimer. „Statt durch den gesamten Markt zu hecheln, können die Einkäufe bequem direkt am Parkplatz abgeholt werden. Das schont die Nerven.“ Oder wie die Kinder vielleicht sagen würden: Fresh. Und dank Riedel: echt cool.

So funktioniert emmasbox:

1. Bestellung
Der Kunde bestellt seinen Einkauf online – vom Büro, von daheim oder von unterwegs. Dabei entscheidet er sich für einen der vorgegebenen Zeitslots und eine Abholstation.
2. Bestückung
Der Händler kommissioniert die Bestellung, die dann frisch verpackt in der passenden Temperaturzone der emmasbox deponiert wird.
3. Benachrichtigung
Nach Abschluss des Einkaufs erhält der Kunde einen Abholcode per E-Mail oder SMS.
4. Besorgung
Der Kunde holt flexibel und spontan den Einkauf ab. Dazu muss nur der Code am Touch-Display eingegeben oder der Barcode am Lesegerät gescannt werden.